Clinical Study: Transthorakale Diagnose von Vorhofseptumdefekten


Alle Untersuchungen wurden mit dem InViVo ScanNT-Programm sowie der neuen Hartware zur transthorakalen dreidimensionalen Darstellung des Herzens erstellt, welches wir seit mitlerweile anderthalb Jahren routinemäßig in unserer Kinik einsetzen.

Der aktuelle Hauptanwendungsbereich liegt in der Diagnostik von Vorhofseptumdefekten. Bei diesen angeborenen Herzfehlern kommt es uns zunächst darauf an zu ermitteln, ob hier eine Volumenbelastung des Herzens vorliegt um zu entscheiden, ob dieser Defekt verschlossen werden muß. Im Folgenden ist es wichtig genaue Informationen über die exakte Größe und Lage des Defektes zu erhalten. Dies ist umso wichtiger, da bei einer zentralen Lage sowie einem ausreichenden Saum an intaktem Vorhofgewebe um das "Loch" herum gibt, dieses mitlerweile interventionell, d.h. ohne eine Operation verschlossen werden kann. Hierzu wird mittels Herzkathetertechnik ein "Schirmchen" an die Stelle des Defektes gebracht, womit dieser dann verschlossen wird.

Hier liegt nun auch die Einsatzmöglichkeit des InViVo-Systems, auf das wir, nachdem wir es kennen und schätzen gelernt haben nicht mehr verzichten möchten. Die Patienten werden zunächst in unserer kinderkardiologischen Ambulanz voruntersucht. Dabei kommt InViVo zur transthorakalen dreidimensionalen Rekonstruktion des Herzens zum Einsatz, welches uns schon eine sehr gute Übersicht über den Defekt gibt. Wenn uns hier der Defekt nach den oben bereits beschriebenen Kriterien mittels Herzkatheter verschlusswürdig erscheint, so vereinbaren wir einen neuen Termin. Hier wird dann von dem Patienten in Vollnarkose mittels transoesophagealer Echokardiographie und Ihrer Software noch einmal eine eine dreidimensionale Darstellung des Herzens erstellt, die uns wegen der Vorzüge des transoesophagealen Echos eine noch bessere Bildqualität liefert. Mit Hilfe dieser Technik ist es mit einer noch besseren Sicherheit möglich, eine Aussage über die Größe und Lage des Defektes zu machen und noch vor der Implantation zu sehen, ob man das Schirmchenverschlußsystem sicher wird verankern können. Aufgrund der Schnelligkeit des Programms ist es möglich, die 3D-Bilder innerhalb nur weniger Minuten so nachzubearbeiten, daß sie klinisch verwertbar und am Monitor im Herzkatheterlabor ansehbar sind. Wie gut die Qualität der Bilder ist, kann man an den mitabgebildeten Beispielen sehen. In gleicher Sitzung wird dann auch das Schirmchen zum Verschluß eingebracht. Das Ergebnis der Implantation stellen wir ebenfalls noch einmal dreidimensional dar.
Zusammenfassend kann man sagen, dass InViVo wirklich eine Bereicherung in der interventionellen Kardiologie ist. Ein Ende der Einsatzmöglichkeiten ist für uns hier noch nicht in Sicht.


Dr. Schmaltz, Dr. Neudorf, Dr. Müntjes, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Essen.